Wiki-Konzepte im Unternehmen

Heute habe ich Jutta mal wieder losgeschickt – diesmal auf einen Workshop zum Thema Wikis. Veranstaltet hat den Kongress Media im Sofitel Mondial Hotel Köln. Angefangen hat alles mit einer Vorstellungsrunde der Teilnehmer – moderiert von Björn Negelmann. Überrascht hat mich hier, dass das Thema Wiki anscheinend in den Unternehmen und auch Konzernen angekommen ist. Viele bekannte Firmen – überwiegend mit Vertretern aus der Kommunikation, aber auch aus der IT – waren anwesend, um sich über die Möglichkeiten, ein Wiki in die interne Kommunikation einzubinden, informieren zu lassen. Interessant diese großen Arbeits-Communities in RL. Da wird man im Spiel richtig strategisch gefordert. Um die anwesenden Avatare richtig auf das am Donnerstag stattfindende Enterprise 2.0 Forum einzustimmen, bei dem überwiegend Fallstudien und Best Practices präsentiert werden, gab es heute ein bisschen Wiki-Theorie.

Martin Koser

Martin Koser

Zuerst hat Martin Koser von frogpond etwas zu Wikis als Kollaborationswerkzeug im Unternehmen vorgetragen. Als Berater hat er sich allerdings mit Kritik zurück gehalten und darauf hingewiesen, dass allen Gefahren Erfolgsfaktoren gegenüberstehen, die es richtig einzusetzen gilt. Immerhin sind Wikis laut dem aktuellen Hype Cycle von Gartner bereits aus dem „Tal der Tränen“ heraus und werden sich in den nächsten 2 bis 5 Jahren als Standard-Tool etablieren.

Selbstverständlich sind bei der Planung eines Corporate-Wiki auch soziopsychologische Überlegungen sinnvoll. Die Mitarbeiterstruktur eines jeden Unternehmens ist sehr unterschiedlich. Es gibt die Creators, die sich mit dem Tool identifizieren, die Contributors, die teilhaben möchten, die Lurkers, die die Akzeptanz der Neuerungen erst abwarten und natürlich auch die Opportunists, die so was noch nie haben wollten. Bedenken sollte man auch, wie viele Mitarbeiter es aushalten, wenn jemand seine eingestellten Daten ändert. Hier kann ein sinnvoll integriertes Wiki sogar zur „Erziehung“ dienen.

Klar ist eins: Ein Wiki verändert die Unternehmens-, Kommunikations- und Projektstruktur. Diese werden offener, transparenter, kollaborativer und demokratischer. Eine Entwicklung, die viele CEOs im ersten Moment vielleicht abschreckt, die aber auf Dauer nicht aufzuhalten sein wird – ob mit oder ohne Wiki.

Markus Glaser

Markus Glaser

Der zweite Vortrag war technischer. Markus Glaser von Hallo Welt! präsentierte das Thema „Wiki und das technische Konzept“. Zuerst definierte er verschiedene Softwarelösungen, welche die interne Zusammenarbeit vereinfachen. Content Management Systeme, Dokument Management Systeme, Collaboration Tools, Conferencing Tools und Firmen Wikis. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Systeme sich hinsichtlich der Features angleichen, jedoch jeweils für unterschiedliche Aufgaben optimiert sind. Bei komplexen Anforderungen empfiehlt sich hier eine Kombination von Lösungen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Und es gilt: die Software ist die Botschaft. Mit einem Wiki kommuniziert man Offenheit, Transparenz und Selbstbestimmung. Es ist optimiert für das Sammeln und Ordnen des vorhandenen Wissens und innerhalb dieser Sammlung für das effiziente Suchen nach Informationen.

Worauf sollte man bei der Auswahl einer Wiki-Software achten? Zum einen sollte die Usability eingängig und die Performance ausreichend sein. Es sollte sich in vorhandene Systeme integrieren und für die eigenen Bedürfnisse, sowohl technisch als auch optisch, anpassen lassen. Es sollte Features wie Suchfunktionalität, Workflow und Gestaltungsmöglichkeiten ohne Programmierung bieten. Selbstverständlich sollten technische Standards beachtet und auf eine langfristige Entwicklungsperspektive wert gelegt werden. Und – last but not least – es sollte von den Nutzer verstanden und akzeptiert werden.

Viele Infos? Ja – fand Jutta auch. Darum geht sie jetzt noch zum Get Together in die Malzmühle – lecker Essen und ein bisschen Networken. Morgen berichte ich dann über die vorgestellten Fallbeispiele. Dann kriegt ihr (und auch ich) noch ein besseres Gefühl für den Einsatz von Wikis, Blogs und Social Software in der internen Unternehmenskommunikation.

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