Erfolgsfaktoren bei Kooperationssystemen 2.0

Nach der Mittagspause beim Enterprise 2.0 Forum in Köln hat Prof. Dr. Michael Koch von der Universität der Bundeswehr München (Fakultät für Informatik) Ergebnisse seiner Studien zum Thema Social Networking Service zusammengefasst. Neben seiner Forschungsarbeit ist er noch mit zwei weiteren „Hüten“ im Web 2.0 unterwegs. Er führt zum einen Enterprise 2.0 Lösungen bei der Universität der Bundeswehr ein und ist zum anderen für verschiedene Unternehmen beratend tätig.

Prof. Dr. Michael Koch

Prof. Dr. Michael Koch

Besonders wichtig findet er, zu bedenken, dass Kooperationssysteme soziotechnische Systeme sind, also eine Kombination von technischen und sozialen Komponenten.

Die Zwecke von Social Software sind Informationsmanagement, Identitäts- und Netzwerkmanagement sowie Kommunikation. Diese drei Eckpfosten bilden ein Dreieck, innerhalb dessen sich die Werzeuge einer unternehmensinternen Social Networking Lösung, abhängig von ihren Schwerpunkten, einfügen.

Eine von ihm und zwei Mitautoren ausgearbeitete Definition von Social Networking Services (SNS): Es sind Anwendungssysteme, die ihren Nutzern Funktionalitäten zum Identitätsmanagement zur Verfügung stellen und darüber hinaus die Vernetzung mit anderen Nutzern ermöglichen (Koch, Richter, Schlosser).

Hier Ausschnitte aus den Ergebnissen seiner Studie:

Aufgrund welcher Funktionen würden User nicht auf SNS verzichten?
„In Kontakt bleiben“ war mit 78,5 % die am wichtigsten empfundene Funktionalitäten, gefolgt vom „Austauschen von Informationen“ mit 50,7 %.

Wie wichtig sind ihnen einzelne Funktionen von SNS?
Hier war für die User der Austausch und die Awarness, also das informiert bleiben über die News der Kontakte, besonders wichtig.

Aus welchem Grund treten Nutzer aus einem SNS aus?
36,73 % der SNS User würden austreten, wenn ihre Freunde/ Kontakte die Plattform nicht mehr nutzen. Es zählt für viele also nicht die gesamte Zahl der Teilnehmer, sondern die Anzahl der eigenen, ebenfalls dort vertretenen Kontakte.

Ein weiterer Punkt im Vortrag von Michael Koch ist die Auswertung von Fallstudien, um die Frage „Wie werden SNS erfolgreich in Unternehmen eingeführt?“zu beantworten.

Folgende Erfolgsfaktoren hat er herausgearbeitet:

  • Einbettung in tägliche Nutzungsformen
  • Integration mit anderen Diensten
  • Ausreichende Zahl an Nutzern
  • Einfache Bedienung
  • Klare Erkennbarkeit des Nutzenpotentials
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattform
  • Offene Unternehmenskultur ist wichtig aber nicht ausreichende
  • Geschäftliche Nutzung (im Vergleich zur privaten) sollte im Vordergrund stehen

Resumee

  • Geschlossene Social Networking Services haben großes Potential, nicht nur im finden, sondern vor allem im „in Kontakt bleiben/ informiert bleiben“.
  • Bei der Einführung das gesamte soziotechnische System betrachten.
  • SNS sind im Gegensatz zu Wikis und Blogs nur schwer bottom-up einführbar.

Nach dem Forum habe ich ein bisschen in Dr. Kochs Blog Communixx rumgestöbert und festgestellt… dass ich ihn bereits seit längerer Zeit lese. Lach – natürlich ohne zu wissen, welcher Avi dahinter steckt… na, jetzt macht das Lesen doppelt Spaß!

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit

Dem Vortrag folgte eine Open Space Sessio, bei der in Kleingruppen einzelne Fragestellungen bearbeitet wurden. Ich habe mich mit Jutta bei dem Thema „Moderation“ beteiligt. Erst war es etwas schwierig, andere Avatare zu finden, die bei dem Thema mitarbeiten wollten. Nachdem die Gruppe anfänglich zu dritt war haben sich dann zwei aus einem – ebenfalls verwaisten – Technikthema dazugesellt, die auch alleine waren. Später wurde der Gruppe noch Suw Charman-Anderson als Kompetenzcenter zugeordnet. Zusammengefasst haben die sechs dann Folgendes in 15 Minuten erarbeitet: Moderation bedeutet die Zuteilung von Macht. Macht, die wohldosiert eingesetzt sein will. Man muss bedenken, wem man diese Macht gibt und wie genau sie ausgestaltet ist. Eine hierarchische Moderation mit Zeigefinger und Rohrstock ist dabei eher hinderlich, sinnvoller ist es eine Knowleade-Hierarchie aufzubauen – durch die Benennung von Experten. Was aber, wenn die Posts der Experten korrigiert werden? Fragen über Fragen… ein sensibles Thema. Wie hat Suw so schön gesagt, man braucht Gärtner oder Caretaker für seine Social Networking Lösungen.

Jutta beim Präsentieren

Jutta beim Präsentieren

Und… typisch Jutta… wie ihr auf dem Foto seht, musste sie sich wieder vordrängeln und die Gruppenergebnisse präsentieren. Oah – Wahnsinn was da kurz bevor man dran ist für Hormone in so einem Avi ausgeschüttet werden – das wirkte sich durch die starke Immersion sogar auf mich aus. Trotz Friseurbesuch macht sie aber auch auf dem Bild keinen besseren Eindruck – wie es aussieht, ist Hopfen und Malz verloren :-).

Weitere Fotos zur Veranstaltung gibts bei Flickr.

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