Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von Wiki-Lösungen am Beispiel von Robert Bosch Diesel System

Alexander Warta

Alexander Warta

Fallstudie auf dem Enterprise 2.0 Forum von Alexander Warta, Doktorant zum Thema Corporate Wikis bei der Robert Bosch GmbH

Bei Bosch sollte für das Unternehmen kein großes einheitliches Wiki angeboten werden, sondern viele kleine, angepasst an die jeweiligen Projektbedürfnisse. Im Juni 2008 gab es 505 Wikis mit 17.554 Pages und 124.648 Views von 33.728 registrierten Usern (leider keine Angaben zur Größe der Zielgruppe und zum Zeitraum).

Chancen für Unternehmenswikis

  • Jeder Mitarbeiter kann sich einbringen und im Unternehmen öffentlich werden
  • Dezentrale Verantwortlichkeit für Wissensarbeit
  • Einfache Verlinkung ermöglicht beliebige individuelle Perspektiven
  • Pull Prinzipien
  • Konkrete Umsetzung von Unternehmenswerte (Zukunftsorientiert, offen)

Nutzungsformen

  • Plattform, um ein gemeinsames Verständnis für neue Themen entwickeln
  • Plattform für internationalen Erfahrungsaustausch
  • Bereitstellung und Weiterentwicklung von Schulungsunterlagen
  • Fehlerverfolgung von angewandter Softwarelösungen
  • FAQs / Glossars
  • Expert Debriefing
  • Kulturelle Austauschplattform für Mitarbeiter-Auslandseinsätze
  • Personal Information Management – elektronisches Notizbuch

Herausforderungen

  • Individueller Aufwand versus kollektiver Nutzen = Die Beteiligten müssen einen direkten Nutzen ihrer Arbeit sehen
  • Awareness versus Privacy = Jeder im Unternehmen sieht, womit sich der andere beschäftigt und welche Meinung er zu welchem Thema hat
  • Aktualität versus Verlässlichkeit = In einem Wiki hat man tagesaktuelle Daten, die teilweise aber nicht abgesichert sind
  • Struktur versus Freiheit = Ausprägungen in beide Richtungen sind zu vermeiden
  • Bedienungsfreundlichkeit versus Funktionalität = Besonders wichtig bei heterogenen Mitarbeiterstrukturen
  • Partizipation versus Kohäsion = Teilnehmer müssen gewonnen werden aber eine Konsistenz muss gewährleistet sein
  • Mediale Abgrenzung versus Mediale Integration = Ein Wiki muss von den vorhandenen Techniken abgegrenzt werden, aber trotzdem in die Systeme integriert sein
Prof. Dr. Joachim Niemeier, Alexander Warta (v. l.)

Prof. Dr. Joachim Niemeier, Alexander Warta (v. l.)

Die Erfahrung zeigt, dass manche Wikis gut laufen, andere weniger gut. Manche werden abgeschaltet und nicht zu Ende geführt. Was macht ein Wiki aus? Welche kritische Masse muss man erreichen? Man kann Schlußfolgerungen zur Integration, Abgrenzung, Aktualität, Aktivität, Kollaboration etc. ziehen. Eine Frage ist auch, was ist die kritische Masse, die ein Wiki erreichen muss? Alexander Warta hat die strukturellen Daten von 64 Unternehmenswikis untersucht, um darauf Antworten zu bekommen.

Ergebnisse

  • Der Wiki-Rollout im Unternehmen muss sorgfältig geplant und begleitet werden – „Selbstläufer“ sind selten.
  • Die Medienvielfalt und -integration nimmt zu. Klare Abgrenzungen sind schwierig, aber notwendige.
  • Die Nutzungsformen für Wikis sind vielfältig, Wikis sind aber kein „Allheilmittel“ für die asynchrone Kollaboration.
  • Die Analyse von Wiki-Zusammenarbeit ist auf verschiedenen Ebenen möglich, steht aber noch am Anfang

Eins scheint klar: Wikis müssen in Zukunft noch mehr gesteuert werden. Um hier Empfehlungen auszusprechen, forscht Alexander Warta weiter. Involviert in das Projekt ist bei Bosch die IT, die Unternehmenskommunikation und die Forschung.

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