Murphy, der ADAC und ich

Manche Sachen und Ereignisfolgen sind so schräg, da gibt es nur eins: Aufschreiben! Das mache ich immer schon gerne. Wenn die Geschichte dann auch noch einen gewissen Unterhaltungswert haben, tu ich das immer mal wieder hier im Blog. Und heute ist es wieder mal so weit… Dabei fing eigentlich alles in der letzten Woche ziemlich gut an. Und zwar mit den Worten „Frau Westphal, ich möchte Ihnen einen Firmenwagen geben“ – und dann ging es los!

Für alle die sich in RL nicht so gut auskennen: In diesem Game ist das Thema Fortbewegung ziemlich wichtig. Vor allem, wenn man täglich morgens 60 km zur Arbeit fährt und abends die gleiche Strecke wieder retour. Das macht Jutta jetzt schon ein paar Monate. Täglich mit dem guten alten Nepumuk (jaja, weibliche Avis geben ihren Verkehrsmitteln gerne mal Namen) – einem 15 Jahre alten, klapprigen, rostigen, dreckigen (und wie manche Menschen behaupten nach nassem Hund riechenden) VW Passat. Erstaunlicherweise hat er die vielen Kilometer immer problemlos und ohne zu murren zurück gelegt. Aber langsam geht er doch seinem Ende entgegen und Jutta hat schon überlegt, wie sie für Ersatz sorgen kann… als dann die oben erwähnte Äußerung viel. SUPER! Die Freude war groß!

Gestern (Montag, 22.2.) sollte es dann so weit sein. Der Wagen war noch kurz in der Werkstatt, um neue Reifen zu bekommen. Da das aber alles schon länger geplant war, bin ich in meinem jugendlichen Leichtsinn davon ausgegangen, dass das auch alles so klappt und habe Jutta von Tom ins Büro bringen lassen. Er ist dann wieder nach Hause gefahren. Die Zeit verstrich und auch am Nachmittag war von dem Wagen noch nichts zu sehen. Nach ein bisschen Rumtelefoniererei war klar: Heute gibt das nix mehr. Beim Reifenwechseln ist aufgefallen, dass auch noch eine Inspektion fällig war und das würde noch bis zum nächsten Vormittag dauern. Spitze! Dank einer netten Mitfahrgelegenheit ist Jutta dann schon mal mit auf die NachbarSIM (Köln) genommen worden und weiter ging es – nach einem netten Abendessen mit einer Kollegin – mit dem Zug weiter nach Roki. Puah – was ein Chaos (dachte ich da noch!).

Frohen Mutes, mit der Nachricht der Fachwerkstatt noch im Ohr (Morgen Vormittag bringen wir den Wagen vorbei) und kein bisschen schlauer geworden hat Jutta sich heute dann wieder von Tom ins Büro fahren lassen. Als dann aber gegen Mittag immer noch nichts zu hören war, kam doch eine leichte Unruhe auf. Nach ein bisschen Telefoniererei war dann klar – irgendwas stimmt da nicht. Bei der Inspektion ist irgendein Fehler aufgetreten, der weder weiter klassifiziert noch irgendwie benannt werden konnte – wann das fertig wird, wisse man nicht. Fluchs noch mal bei der möglichen Mitfahrgelegenheit Richtung Köln nachgefragt: Voll! Also – erneuter Anruf bei der Werkstatt (zu einer 2stündigen Bahnfahrt konnte ich mich einfach nicht durchringen). Hier wurde mir dann mitgeteilt, dass der Wagen zwar noch nicht fertig sei, es sich aber nur um ein kleines Problem handelt, dass die Fahrtüchtigkeit nicht einschränkt. Es wäre kein Problem, den Wagen mit zu nehmen und am nächsten Tag wieder vorbei zu bringen. Na also – geht doch. Nach ein bisschen internem Chaos und verschiedenen Telefonaten mit 3 verschiedenen Personen, hat mich dann eine Kollegin mit zum Händler genommen. Endlich!

Geschichte vorbei? Weit gefehlt! Jutta macht sich also auf den Weg nach Hause. Der Wagen fährt super! Radio funktioniert auch und die Kinder zu Hause sind begeistert und wollen direkt mal Probesitzen. Nach dem Abendessen geht es weiter – Juttas Schwester besuchen, um ein Gedicht zum 70sten Geburtstags ihres Vaters zu dichten. Auf dem Weg geht die Tankanzeige an… also auf zur nächsten Tankstelle. Zapfsäule auswählen, vorfahren, parken, tanken. Tanken? Wie jetzt? Wie geht denn der Tankdeckel auf? Kurz überlegt und geguckt – ach ja, die haben ja so einen Hebel in der Fahrertür. Hebel gezogen… nichts! Also Motor an – Hebel noch mal gezogen – immer noch nix. Probiert und probiert und dann den Tankwart zur Hilfe gerufen. Der lächelt süffisant „Nee is klar Mädschen – ich mach dir das… *zwinker“ – Denkt der eigentlich ich wäre doof? Lange Rede kurzer Sinn: Nix – Tankdeckel (und Kofferraum) gingen nicht auf.

Jutta also weitergefahren zur Schwester – erst mal ausheulen und den ADAC anrufen. Schön im Warmen auf Hilfe warten und dabei Gedichte dichten. Ging super. Und dann kam der gelbe Engel. Erst mal ähnliche Reaktion wie beim Tankwart – aber bereits nach wenigen Minuten hat der gute Mann den Ernst der Lage erkannt. Was hat er nicht alles probiert… unterm Wagen, im Kofferraum (über die Rückbank, der Kofferraumdeckel ging ja nicht auf), Computer an den Wagen angeschlossen, technische Hotline angerufen und und und. NIX! Der Tankdeckel ging nicht auf! Bewegte sich keinen Millimeter – und ein manueller Hebel um das Ding auf zu kriegen war nicht zu finden. Nach über 30 Minuten gab er dann gefrustet auf. Ich liebe den ADAC, die haben Jutta wirklich schon oft den Allerwertesten gerettet, und noch nie habe ich erlebt, dass einer abfuhr ohne den Fehler wenigstens provisorisch zu beheben. Bis heute.

Und der aktuelle Stand der Dinge? Jutta ist mit dem Wagen nach Hause gefahren und hier steht der Wagen jetzt. Fast leergefahren, keine Möglichkeit ihn aufzutanken und fern ab von der Werkstatt. Soviel zum Thema „Nee – können sie bedenkenlos mitnehmen über Nacht den Wagen.“ Na, Jutta wird die Morgen mal um 7 Uhr von dem Problem unterrichten und gucken, wie es weitergeht. Und wie ich Murphy kenne, wird das noch ein richtiger Spaß.

Stay tuned!

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6 Antworten zu Murphy, der ADAC und ich

  1. Ghost schreibt:

    Oh man, ich hätte die Typen in der Werkstatt aber sowas von gekillt.

    Solcherlei Ärger ist dann wohl auch der Grund, warum man dich im SL nicht mehr zu Gesicht bekommt…. oder?!

  2. Ruesseltier schreibt:

    Oha, jetzt verstehe ich warum du gefrustet warst. Und nu?

  3. JuneB schreibt:

    Epilog: Am nächsten Morgen hat die Werkstatt in der Nachbarschaft das Problem entdeckt: Die Tankdeckelverriegel war abgebrochen. Um den Deckel zu öffnen, musste man einfach mit dem Zeigefinger an der Seite ansetzten und ihn aufziehen… *grummel. An SO eine einfache Lösung haben natürlich weder der Tankwart, noch der gelbe Engel noch meine Wenigkeit gedacht! Na, immerhin kamen ein netter Blogpost und eine große Aufregung dabei raus *g

  4. LuVo schreibt:

    Lass das besser nicht Deinen Chef wissen, daß Du den Tankdeckel jetzt doch auf bekommen sonst setzt er bestimmt Deine monatliche Zahlung rauf. Ich hatte mich sowieso schon gefragt wie Du einen Wagen dieses Typs inclusive Sprit und geldwertem Vorteil für den weiten Weg zur Arbeit zu *dem* Preis bekommen hast. Aber jetzt ist’s klar: Es war nur eine Tankfüllung inclusive!
    June, danke für diese Aufklärung über RL-Lockangebote, deren Haken erst bei näherem Hinsehen zu Tage treten.
    Sag bescheid, wenn ich Dich mal irgendwohin abschleppen kann. Das mach ich gerne! 😛

  5. Ottilie schreibt:

    Hab ich was überlesen? oder: Was isses denn jetzt für einer? Bzw. für weibliche RL-Avis: Wie heißt er denn? Klemmi?

    • JuneB schreibt:

      Ahjoooo – du hast Recht! Hab gar nicht geschrieben dass der Kleine ein VW Touran 2.0 TDI ist. Hm – einen Namen hat er noch nicht. Wie wäre es mit Rudi?

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